Der Erzähler ist der Typ Mensch für den schon das Aufstehen ein einziges Ärgernis ist. Seine Welt ein vermeintlich gut ausgebautes Netz an Strategien, die einzig der Vermeidung von Arbeit dienen. Leider wird das Netz immer wieder durchbrochen von plötzlichen Ereignissen, mit denen ja niemand rechnen kann. Dazu gehören neben dem Klingeln des Telefons, die Berliner Verkehrsbetriebe oder aber – und das ist dann schon der ungünstigste aller Fälle – eine Frau. In “Die Welt ist nicht immer Freitag” hat Horst Evers eine Reihe von Kurzgeschichten gesammelt, die er im Rahmen seines Bühnenprogramms über mehre Jahre hinweg entwickelt hat. Sie wurden auf einer kleinen Berliner Bühne aufgeführt. Die einzelnen Kurzgeschichten wurden vom Autor in eine bestimmte Reihenfolge gebracht und jeweils den einzelnen Wochentagen zugeordnet. Auf jeweils seiner halben bis zu mehreren Seiten plaudert der Autor aus der Perspektive des Ich-Erzählers aus seinem Leben. Er schafft es aus der banalsten Alltagsaktivität noch etwas komisches oder absurdes herauszuholen. Seine Hauptfigur, ein Faulpelz mit einem Hang zur Arbeitsverweigerung, heißt Horst. Der würde am liebsten sein ganzes Leben dem Schlaf widmen. Leider kommt er nicht immer darum herum das Haus zu verlassen oder mit seinen Mitmenschen in Kontakt zu treten. Immer wieder entstehen so die seltsamsten Situation, in die Horst geradezu hinein stolpert. Ab und zu wird der Leser das Gefühl haben als blicke er in einen imaginären Spiegel. Denn wenn man ganz ehrlich ist, so ein kleines bisschen Horst steckt in jedem von uns. Der Roman ist lustig und geistreich, verführt einen teils zum Schmunzeln teils aber auch zu lautem Lachen.
Schreib einen Kommentar zu diesem Buch.