Bilanz ziehen nach vielen Jahren (immer noch andauernden, wenn auch weniger gewordenen) politischen Engagements, das will Helmut Schmidt, einer der bekanntesten und auch beliebtesten Politiker und Publizisten in Deutschland. Seine Erinnerungen tragen den viel sagenden Titel “Außer Dienst”. Und so hat Helmut Schmidt in diesem Buch seine Erinnerungen genau zu dem Zeitpunkt beginnen lassen, als er das Kanzleramt verließ, im Herbst 1982. Die historischen Entwicklungen, die sich seit dem Ende des kalten Krieges ergeben haben, sind beträchtlich. Aber er beschreibt nicht nur die Vergangenheit aus seiner Sicht, er widmet ebenso der Politik der Gegenwart und der Zukunft Deutschlands. Zentrale Fragen unserer Zeit werden in gewohnt deutlicher Manier, pragmatisch und mit nordischer Nüchternheit beantwortet. Beispielsweise dann, wenn es darum geht welchen Leitbildern man folgen soll, ob man aus der Geschichte lernen kann oder wie man es schafft, politische Klugheit zu erwerben. Im Unterschied zu vergleichbaren Werken anderer Politiker, sucht man persönliche Abrechnung und Rechtfertigung vergebens.
Dieses Buch kann man als das persönlichste aller Bücher, die aus der Feder Helmut Schmidts stammen, bezeichnen. Eigene Fehler und Versäumnisse kommen ebenso zur Sprache wie Kriegserfahrungen, die ihn geprägt haben. Hinzu kommen Äußerungen zum Ende des Lebens und zum Glauben. Die Bilanz eines großen Lebens, interessant für all jene, die Helmut Schmidts aktive Zeit miterlebt haben und sich so Vergangenes wieder ins Gedächtnis rufen können, aber auch für die jüngere Generation, die einen spannenden Einblick in die deutsche Geschichte ab 1945 erhält.
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